Mit DAS LEBEN DER BOHÈME (1992), einem „Requiem auf die größte Zeit des europäischen Kinos” (Die Zeit), setzt Aki Kaurismäki nach I HIRED A CONTRACT KILLER seine internationalen Produktionen fort. Die finnische Version von Murgers „La vie de Bohème” ist eine poetische Vision Frankreichs, allerdings ohne, dass die französische Wirklichkeit Eingang in den Film gefunden hätte.
Der in Hamburg gedrehte LENINGRAD COWBOYS MEET MOSES (1993) ist Kaurismäkis letzter Film im Ausland. Zwar lebt er weiterhin in Portugal, beginnt aber mit TATJANA (1994), einer „sehr persönlichen Erinnerung in Schwarz-Weiß”, fortan konsequent nur noch in seiner finnischen Heimat zu drehen: „Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass man Filme in seinem eigenen Land drehen sollte.” (Kaurismäki)
Mit WOLKEN ZIEHEN VORÜBER (1996) entsteht wieder ein lakonisch-rauher Gegenwartsfilm, ein Film über liebenswerte, gescheiterte Helden, Arbeitslosigkeit und schwach keimende Hoffnung. Die neunziger Jahre beendet Kaurismäki schließlich mit einem radikalen Film, seiner Rückkehr zu den Wurzeln des Kinos: Stumm und in Schwarz-Weiß gedreht zeigt JUHA (1998) die Zerstörung des Glücks eines einfachen Liebespaares vom Land.
Nach der PROLETARISCHEN TRILOGIE ist WOLKEN ZIEHEN VORÜBER der Beginn einer neuen Reihe, der TRILOGIE DER VERLIERER, die Kaurismäki im neuen Jahrtausend mit MANN OHNE VERGANGENHEIT (2002) und LICHTER DER VORSTADT (2006) abschließt.









